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Spiegel: Rauchen - Schuld der Gene ?

#1 von nilst , 26.04.2010 21:33

Erbgutanalysen

Rauchen ist ein genetisch bedingtes Laster

<http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensc...-79424.html>

Raucher: Bestimmte Genvarianten beeinflussen die Abhängigkeit

<http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensc...-79424.html>

Zur Großansicht DPA

Raucher: Bestimmte Genvarianten beeinflussen die Abhängigkeit

Sich das Rauchen abzugewöhnen ist nicht nur eine Frage von eiserner
Disziplin. In einer Großstudie mit mehr als 140.000 Menschen haben Forscher
jetzt herausgefunden: Es hängt auch von unseren Genen ab, wie sehr wir dem
blauen Dunst verfallen sind - und wie leicht oder schwer wir davon
loskommen.

Sie schaffen es nicht, mit dem Rauchen aufzuhören? Die Wissenschaft bietet
Ihnen jetzt eine gute Ausrede: Ihre Gene könnten schuld daran sein. Gleich
drei internationale Studien im Fachmagazin "Nature Genetics", an der mehr
als hundert Forscher, eine ganze Reihe von Universitäten sowie die
isländische Firma Decode Genetics und der Pharmariese GlaxoSmithKline
beteiligt waren, bestätigen einen Zusammenhang zwischen Anfälligkeit für das
Rauchen und bestimmten Genmutationen. An einer der drei Veröffentlichungen
waren so viele Wissenschaftler beteiligt, dass aus Platzgründen die
Autorenliste nicht wie sonst üblich am Anfang der Publikation

<http://www.nature.com/ng/journal/vaop/nc....571.html#/>

sondern an deren Ende zu finden ist.

Insgesamt lagen den drei Studien die genetischen Daten von mehr als 140.000
Menschen zugrunde. Daraus leiteten die Wissenschaftler eine Reihe von
Ergebnissen ab, die das Verständnis für die Nikotinsucht in ein neues Licht
rücken könnten: Die Forscher fanden im Erbgut auf unterschiedlichen
Chromosomen mehrere Orte, die einen Zusammenhang zwischen Anfälligkeit für
das Laster Rauchen, Abhängigkeit und Zahl der gerauchten Zigaretten pro Tag
herstellen.

<http://www.nature.com/ng/journal/vaop/nc....573.html#/>

So verfallen Menschen mit bestimmtem Mutationen vor allem auf den Chromosomen 8
und 19 dem Tabakkonsum stärker als andere. Die Betroffenen rauchten täglich
im Schnitt nicht nur mehr Zigaretten als Vergleichspersonen, sondern hätten
auch ein um zehn Prozent erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken,
berichten Kari Stefansson vom Institut für Molekulare Medizin an der
Universität Helsinki und seine Kollegen. Zudem bestätigten die Forscher
Ergebnisse aus früheren Arbeiten wonach Genvarianten auf Chromosom 15
ebenfalls die Nikotin-Abhängigkeit und dem Risiko für Krankheiten, darunter
Lungenkrebs, beeinflussen.

Rauchen ist für alle schlecht, für manche aber noch schlechter

Ebenso hatten frühere Studien bereits zu der Vermutung geführt, dass eine
Genmutation auf Chromosom 11 den Träger mit größerer Wahrscheinlichkeit zum
Raucher werden lässt. Zudem fanden die Wissenschaftler heraus, dass
Chromosom 9 offenbar ein Gen enthält, das in einer bestimmten Variante bei
manchen Menschen die Entwöhnung

<http://www.spiegel.de/wissenschaft/mediz...725,00.html>

leichter macht.

Warum die einzelnen Genvarianten einen Einfluss auf das Raucherverhalten
ausüben, darüber können die Forscher derzeit jedoch nur spekulieren. Auf
einigen der entdeckten Genabschnitte liegen beispielsweise die Baupläne für
Enzyme, die beim Abbau von Nikotin eine Rolle spielen. Das Nikotin als
wesentlicher Suchtstoff in der Zigarette entfaltet im Gehirn über die
Aktivierung sogenannter Nikotinrezeptoren seine stimulierenden Effekte.
Diese Rezeptoren nehmen die Suchtstoffe auf und setzen anschließend
"Glückshormone" wie die Neurobotenstoffe Dopamin und Serotonin frei.

Die Schlussfolgerung des Ganzen formulieren die Forscher so: Rauchen sei für
alle Menschen schlecht, für einige aber noch schlechter, sagte etwa
Stefansson, der auch Geschäftsführer der Firma Decode ist. "Die Entdeckungen
verbessern unsere Möglichkeit, gefährdete Menschen zu erkennen und ihnen
überzeugende Argumente zu liefern, mit dem Rauchen aufzuhören", sagte er.

Die Tatsache, dass an den drei Studien nicht nur zahlreiche Wissenschaftler
aus universitären Einrichtungen sondern auch viel Forscher aus Firmen
beteiligt waren, legt jedenfalls eine Vermutung nahe: Die Tabakindustrie
könnte es bald mit einem ebenbürtigen Marktgegner zu tun bekommen. Einer,
der sich auf die Suche nach effektiven Therapien gegen die Sucht aufgemacht
hat - und damit Kasse machen will.

 
nilst
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Registriert am: 17.07.2009


RE: Spiegel: Rauchen - Schuld der Gene ?

#2 von Dirk , 27.04.2010 19:48

Zitat
Die Schlussfolgerung des Ganzen formulieren die Forscher so: Rauchen sei für
alle Menschen schlecht, für einige aber noch schlechter, sagte etwa
Stefansson, der auch Geschäftsführer der Firma Decode ist. "Die Entdeckungen
verbessern unsere Möglichkeit, gefährdete Menschen zu erkennen und ihnen
überzeugende Argumente zu liefern, mit dem Rauchen aufzuhören"
, sagte er.


Zu ergänzen wäre: Der Pharmariese GlaxoSmithKline gehört zu den Großherstellern sogenannter Rauch-Entwöhnungsmittel ... ein Schelm, der arges dabei denkt ...


Dirk

 
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