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Kurt Eggemann: "Diplom för uns kölsche Sproch"

#1 von nilst , 16.05.2011 11:37

Liebe Leser,

vor einigen Tagen erreichte mich ein A4-Umschlag, der einiges an Gewicht in sich zu tragen schien, jedenfalls passte er nicht in den Briefkasten, sondern führte zu körperlicher Betätigung meinerseits, denn ich musste die Sendung von der Postfiliale abholen....

Nun, es war tatsächlich etwas Gewichtiges im Riesenbrief, nämlich die Diplomarbeit von el Presidente des VDP, Kurt Eggemann, an der "AKADEMIE FÜR KÖLSCHE SPROCH". Ich wusste, dass Kurt sich seit längerer Zeit damit beschäftigt, da er aus Köln stammt (auch wenn er jetzt in Pulheim wohnt). Da er nun oft in Köln zu tun hatte und hat, nutzte er seine Kenntnisse der Kölschen Eigenarten und suchte sich zudem noch ein eigenartiges Kölsches Original heraus, das später den Inhalt der Diplomarbeit bilden sollte....:-)

Kommen wir zum Verfasser, der gleichzeitig der Präsident des "Verbandes Deutscher Pfeifenraucher" ist:

Der Kölner Kurt Eggemann ist mir seit einigen Jahren bekannt. Er war lange Zeit in leitenden Funktionen tätig und hat sich tatsächlich noch ganz "normal" durch Fleiss und Tatkraft vom Lehrling in diese Funktionen hineingearbeitet. Im Rahmen dessen hatte er nach der Wende einiges im Osten zu tun und sich tatsächliche Verdienste durch bodenständiges Auftreten und Fairness erworben. Sozusagen habe ich ihn nach all' diesen Erfahrungen kennengelernt und muss sagen, dass auf ihn das übliche "Wessi"-Klischee nicht zutraf und -trifft (wenn es denn überhaupt jemals vollständig auf jemanden zutrifft). Das Gute an der Sache ist nun, dass er anscheinend ebenfalls ausserhalb der zT normierten West-Ost-Zugangsdaten denkt und so Gespräche und gemeinsame Aktivitäten möglich wurden, die mittlerweile praktische Ergebnisse vergegenständlicht haben: Es gibt einen Ostdeutschen Pfeifenraucherverband, der gut in den Verband Deutscher Pfeifenraucher integriert ist und seine Eigenständigkeit, aber auch seinen Integrationswillen oft unter Beweis gestellt hat.

Dies mag nun wirklich nicht so wichtig sein, wenn man Deutschland und Europa betrachtet und die Jahre nach 89. Trotzdem, es ist und bleibt ein gutes Beispiel für beiderseitige Annäherung und Verständnis sowie praktikable Absprachen und gemeinsame, zielführende und integrierende Unternehmungen. Daneben ist Kurt ein Mensch mit Führungsqualitäten und ein guter Organisator, der Leben will und leben lässt, ganz nach meinem Geschmack. Nun, diesen Stil lebt der Kurt eben und kam mit den Jahren als Pfeifenraucher und Vebandsmensch einem anderen Kölner Lebemann spezieller Ausformung näher, über den er nun seine Diplomarbeit verfasst hat, denn dieser Köllsche Jung namens Peter Heinrichs ist halt ein Kölner Original und insofern als Thema für eine Diplomarbeit in Köllschem Stil geeignet.

Sie denken, das alles sei in Bezug auf meine kurzen Worte zur Diplomarbeit nicht wichtig ? Doch, das ist es, denn ansonsten hätte ich den Wälzer über einen katholischen Kölner Businessmann mit speziellen Eigenarten gar nicht gelesen, dann hätte ich nämlich auf alle Vorurteile gehört und vor allem: Ich hätte den Kerl gar nicht kennengelernt, WIE ich ihn eben kennengelernt habe inzwischen. Also, Kurt, danke für diese Diplomarbeit, die Du geschickt hast und danke für Deine Arbeit, die Du mit uns gemeinsam bewältigt hast.

Nun ist es an der Zeit, uns dem Thema der Diplomarbeit zu widmen, welches auf das Kölner Original PETER HEINRICHS abgestellt ist:

Kurt beschreibt das Leben von Peter und vor allem seine Einbindung in die eigene Geschichte, die auch immer mit den Wurzeln der Familie verbunden ist. Vieles von dem, was ich las, wusste ich bereits. Die Schrift allerdings eröffnet eine andere Perspektive. Angenehm und streckenweise humorvoll wird ein Mann beschrieben, der im Kontext seiner Vater- und Vorväterfamilie, seiner Stadt Köln der Nachkriegszeit, seiner eigenen Familie und einer manchmal boomenden, manchmal dahindümpelnden Branche etwas auf die Beine stellt. Man kann nun sagen, was man will, bei Peter Heinrichs handelt es sich um einen zielstrebigen Menschen mit Visionen, aus welchem Motiv auch immer. Es handelt sich um einen Menschen, der nicht im Einheitsbrei der Mainstreammeinung herumschwimmt, sondern durch seine pure Existenz andere Menschen polarisiert und zum Nachdenken anregt, was übrigens nicht immer zum Vorteil des Images von Peter war... Gerade das jedoch ist für mich Anlass, mich hier kurz zu äussern und in gewisser Weise die Arbeit von Kurt zu ergänzen:

Hat der Peter das Denkmal, Gegenstand einer rheinisch-frohnaturellen Diplomarbeit zu sein und als Kölner Original zu gelten, hat er das überhaupt verdient ?

Den erstenTeil der Frage kann ich ganz klar mit "Ja" beantworten. Ja, der Peter hat sich ein Denkmal verdient. Er hat es sich verdient als Mensch aus schwierigen Verhältnissen, der voller Fleiss, Elan und mit Visionen als Geschäftsmann Furore machte und als christlich-katholisch geprägter Mensch dabei seine Familie in den Focus stellte. Es ist ganz klar, was das Motto ist: "Wenn Peter mal abtritt, hat er für die Seinen gesorgt". Das ist seine Kernthese, dem vieles, wenn nicht alles, untergeordnet ist. Das ist er, der Streiter für seine Idee, das grösste Pfeifenkaufhaus zu besitzen, daneben andere Ideen zur materiellen Sicherstellung zu entwickeln (seine Zigaretten z.B.), Widerstände zu brechen und einerseits knallhart, andererseits verlässlich in seiner Stringenz aufzutreten. In dieser Eigenschaft ist er berechenbar: Wenn er was nicht will, dann sagt er das. Wenn er etwas will, dann sagt er das auch. Mir persönlich ist es scheissegal, ob es nun immer höflich ist oder was der Kerl auf dem Leibe trägt und ob das Hemd aus der Hose hängt: Er ist ein Mann mit Visionen, Entscheidungskompetenz und Loyalitätssinn.

Das Image des typischen Kölners scheint dem nun nicht zu entsprechen. Die sogenannte "rheinische Frohnatur, dieser Sofort-Fründ (der einen am nächsten Tag mit dem Arsch nicht wiedererkennt), dieser alberne Karnevalsnarr, dieser Fahnenwechsler je nach Lage", das dachte ich hier beschrieben zu sehen.

Ich fand es nicht in der Diplomarbeit, dieses Stigma des Rheinländers. Das bringt mich zu der Vermutung, das Klischee hinterfragen zu sollen und vor allem: Hoffnung.

Lieber Kurt, lieber Peter,

das habt Ihr beide gut gemacht.

Mit freundlichen Grüssen

Nils Thomsen

Weiterführende Links:

Homepage von Kurt Eggemann:
http://www.kurteggemann.de/
Artikel im TKB zu den Personen:
http://www.berliner-tabakskollegium.de/a...nepfeife08.html
http://www.berliner-tabakskollegium.de/a...rteggemann.html
http://www.berliner-tabakskollegium.de/a...ln-maritim.html

Einige Bilder:

Zu dem immer wieder zitierten Liedtext sei gesagt, dass ich den Ursprungstext NICHT geschrieben habe, sondern den von irgendeinem Flohmarkt mitbrachte. Er stammt von einem Berliner Pfeifenklub, denke ich, jedenfalls ist er ziemlich alt, nach der Schrift zu urteilen. Ich selbst habe nur die beiden Strophen für Peter drangehängt :-) .

Angefügte Bilder:
100jahre01.jpg   100jahre02.jpg   100jahre03.jpg   IMG_1553.jpg   IMG_1561.jpg   IMG_1564.jpg   diplom.jpg   urkunde.jpg  
 
nilst
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zuletzt bearbeitet 18.05.2011 | Top

RE: Kurt Eggemann: "Diplom för uns kölsche Sproch"

#2 von nilst , 17.05.2011 21:48

Kölsche Helden": Kurt Eggemann und Peter Heinrichs (Quelle: Smokersnews)

Kölsch Diplome und Examen wurden ausgegeben – Fachhändlerlegende Peter Heinrichs bekam vom Pfeifenpräses Eggemann seine Salbung

(af). "Es gibt Arsch vill ze fiere", sagte Alice Herrwegen, von der "Akademie för uns kölsche Sproch" und damit hatte sie recht. 35 Teilnehmer der Akademie haben ihr Kölsch-Examen bestanden, und darüber hinaus wurden sieben Diplomarbeiten von insgesamt zehn Diplomanden im zurückliegenden Studienjahr abgeschlossen. Bei einer Feierstunde bekamen die Kölschstudenten ihre Examens- und Diplomurkunden.

Jeder Examenskandidat bekam neben der Urkunde auch eine Anstecknadel der Akademie, außerdem wurden die drei Besten des Jahrgangs prämiert. Ingrid Rosenthal, Michael Hergenhahn und Gregor Hillringhaus nahmen ihre Ehrung als Jahrgangsbeste aus den Händen von Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes entgegen. Die zehn Diplomanden durften sich als Helden fühlen. "Jeder der ein Diplom bekommt, gehört für mich zu den kölschen Helden", sagte Hans-Georg Bögner von der SK Stiftung Kultur, die die Akademie betreibt. Die Themen der Diplomarbeiten reichten vom Karneval, über den Büttenredner "Tröötmann", bis hin zur Handelsgeschichte, in Form einer Arbeit über den Pfeifenhändler Peter Heinrichs.

Informationen zur Akadewmie för uns kölsche Sproch gibt es im Internet unter dem nachfolgenden Link.

http://www.koelsch-akademie.de

Angefügte Bilder:
akademie.jpg  
 
nilst
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zuletzt bearbeitet 17.05.2011 | Top

   

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