Raucher vs. Nichtraucher - ein Stellvertreterkrieg ?
Stellen wir uns einmal vor, wir hätten u.a. zwei grosse Industriegruppen
1. Genuss, Tabak, Alkohol, Luxusautos, Mode, Formel-1, Vergnügungsindustrie ...
2. Pharmaindustrie, Wellness, Gentechnik, Greenfood, allg. Gesundheit ...,
die auf der Suche nach Höchstrendite sind. Das ist mit Einfluss, Märkten, Kunden und auch der marketingtechnischen Verbreitung von kauffördernden Ideologien verbunden. Beide liegen nun ökonomisch und ideologisch im Widerstreit und benötigen Mitstreiter (jedenfalls denken die armen Kerle , sie wären MIT-Streiter, eigentlich sind sie Söldner).. Tja, und nun organisiert man grosse Interessengruppen, untersetzt das mit Gutachten und so weiter und so fort, man macht auch die Frage guter Mensch vs. schlechter Mensch daran fest, weil der Eindruck vermittelt werden soll, dass der Konsument beim Kauf des einen oder anderen Produktes auf der "richtigen" oder "falschen" Seite stünde... man bringt also seine Armeen in Stellung. Und schon beginnt auf den unteren Ebenen ein verkaufsförderndes Hickhack und hält bei bunter und lauter medialer Begleitung die entsprechenden Produkte im Focus der Öffentlichkeit. Nun positionieren sich politische Kräfte auf der einen oder anderen Seite, um letztendlich aus den verschiedenen bereits ideologisierten Konsumentengruppen Wählerpotentiale zu gewinnen,was zu einer weiteren Verschärfung der ideologischen Auseinandersetzung führt und damit rein marketingtechnisch für diejenigen von Vorteil ist, welche die Oberhand gewinnen .
Man kann beobachten, dass offensichtlich die zweitgenannte Gruppe rund um "Gesundheit" derzeit weit an Boden aufgeholt hat und vielleicht bereits besser kapitalisiert ist als die erstgenannte Gruppe rund um "Genuss". Im Zuge der Markterweiterung greift nun die "Gesundheitsindustrie" zu wirklich und wahrhaftig allen erdenklichen Mitteln, (noch dazu ja nicht wirklich um Gesundheit, sondern um Rendite geht). Sie hat auch gute Möglichkeiten, da es gelungen ist, Teile der "Genussindustrie" abzuspalten und in eine gewisse Zersplitterung zu führen. (z.B. Schokolade=unschuldig vs.Tabak=schuldig, Pfeife/Zigarre=unschuldiger Genuss vs. Zigarette=perverse Sucht usw.usf.)) und sie gegeneinander zu hetzen. Ich bin mir zum Beispiel nicht sicher, ob das zentnerweise Verzehren von Süsswaren, ja die ganze Nahrungsumstellung ala USA nicht viel gefährlicher ist als der Tabakkonsum, das nur am Rande, allerdings lässt sich der Raucher z.B. besser ausmachen und definieren, eine "schuldige" Zielgruppe ist so trefflich geeignet, im politischen Kalkül als zu bekämpfende Minderheit eingesetzt zu werden.... Und Mehrheiten benötigen immer ein Gegenteil, rein dialektisch gesehen, es muss zur Mobilisierung immer ein FÜR etwas und ein GEGEN etwas geben.. Und das GEGEN muss etwas kleiner sein, damit man den Mut nicht verliert.. man muss eine Siegeschance haben, dann schreit man "Hurra" und greift zu den Waffen, scheiss' doch auf die Minderheit und deren Rechte...
Zurück zur Ausgangsthese: Im Zuge der Markterweiterung der "Gesundheitsindustrie" geschieht das alles, nicht etwa wegen allgemein humaner Erwägungen. Der Hammer kommt erst noch: Ich glaube, man kann feststellen, dass die Vorgehensweise der genannten Industrie um ein Vielfaches zynischer, brutaler und menschenverachtender ist als das der im Vergleich dazu harmlosen Vergnügungs-und Genussindustrie. Mittlerweile befinden sich ganze Staatsfinanzen im Würgegriff der Pharmaindustrie und derer Lobbyisten samt der dazugehörigen Versicherungsgesellschaften und des Apparates, man zwingt Phillipp Morris zum Gang nach Canossa und übernimmt ganz einfach dessen Kundenstamm, packt den auf die Wellness-Sonnenbank und ersetzt Lungenkrebs durch Hautkrebs, danach gibt's dann Creme vom Apotheker, bis die Haut sich ablöst, dann kommt die Schönheits-OP.... es ist tatsächlich ekelerregend. Quo Vadis...
Noch schlimmer ist, dass in jedem Krieg besonders die Soldaten gefährdet sind, und das sind in diesem Falle wir kleinen Konsumenten von der Strasse, die als Stellvertreter gegeneinander gehetzt werden und nichts weiter darstellen als Kanonenfutter im Spiel der Grossverdiener, und in diesem Fall sind die Gesundheitsjungs NICHT die GUTEN....
Und es kommt noch schlimmer: Über den beiden sich bekämpfenden Industriegruppen sitzen die Kapitalgeber, die gleichzeitig beide Parteien finanzieren und sich wahrscheinlich täglich den Arsch ablachen über das Superspiel und ihre Aktienkurse beobachten (sofern sie ihr Geld überhaupt noch mit der Finanzierung der materiellen Produktion verdienen und nicht im internen Banker-Casino, wo dann die Verluste ebenfalls auf die kleinen Konsumenten abgeladen werden, das war ja nun sehr offensichtlich) Und das ist noch eine Stufe ekelerregender, weil sie Totalverluste ihrer Armeen stillschweigend einkalkulieren. Solche Generäle gehören vor`s Standgericht.
Meine Konsequenz ist: Ich werde mich viel weniger aggressiv mit dem einzelnen Nichtraucher auseinandersetzen, sondern im Einzelfall eine Kompromiss suchen. Das gelang ohnehin meistens. Der einzelne Nichtraucher oder Raucher ist nicht böse, er ist nur aufgehetzt. Die meisten Privatleute möchten leben und leben lassen. Das ist die eigentliche Chance. Dazu gehört die Aufklärung über die Perversität der Hetzer und deren Motivlage.
Wie sehen Sie das, meine Damen und Herren "Gesundheits"-politiker und staatliche Finanzjongleure, die an den Tabaksteuern trefflich partizipieren und gleichzeitig dem Würgegriff der "Gesundheitsindustrie" nicht entrinnen können ? Sind Sie eventuell in diesem Kontext längst Schach-Matt und die Tabakfreunde sind die GUTEN ? Warum sind Sie, geschätzte und liebenswerte Raucherlein im Bundestag und EU-Parlament, so FEIGE ?
Denken Sie doch einmal DARÜBER nach, es ist ja bald Wahl...
Gruss
Nils Thomsen
(C) Nils Thomsen, Übernahme (auch auszugsweise) nur mit Genehmigung, Quellenangabe und Barzahlung
Warum Genussmittel gut und notwendig sind, lesen Sie hier, geneigter Leser, wobei hier explizit auch die liebenswürdigen LeserINNEN angesprochen sind, Sie haben nämlich etwas davon, meine Damen :-):
http://www.berliner-tabakskollegium-foru...k-und-Bier.html